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Dein Ostergeschenk --an dich selbst

Und schon wieder naht Ostern mit schnellen Schritten. Wie jedes Jahr gibt es tausende von Ratschlägen, wie du die Feiertage am besten „nutzen“ kannst. 

 

Und wenn du spirituell angehaucht bist, gibt’s mit Sicherheit wieder tausende von Ratschlägen, welche Meditation du machen könntest, nein: solltest!, um „zu dir selbst zu finden“, dich zu beruhigen und dich ganz allgemein deinem spirituellen Kern anzunähern.

 

Ich sage dazu: Blödsinn. Verzichte darauf.

 

Etwas ausführlicher:

 

Glaube bitte nicht den Botschaften der Weltverbesserer und Prediger, seien es nun kirchliche, religiöse, spirituelle oder Esoterik-Vertreter. Es gibt nichts, nichts, nichts an dir als Mensch, was du verbessern könntest. Nichts. Und es gibt mit Sicherheit keine Buße zu tun für irgendetwas. Und traurig sein mußt du auch nicht — auch, wenn vor angeblich 2000-33 Jahren in Nazareth ein Mann geboren wurde, in dessen Namen überall auf der Welt sowohl sehr Gutes, aber auch sehr Schlechtes geschieht.

 

Verzichte nur einen Augenblick darauf, auf deine angelernten gedanklichen Reflexe zu hören.
Verzichte nur einen Augenblick darauf, auf deine angelernten Gedankenkonstrukte zu hören.
Verzichte nur einen Augenblick darauf, auf irgendwelche spirituellen Konzepte zu hören.

Konzentriere dich stattdessen auf einen einzigen Punkt: auf das, was du direkt erlebst, jetzt gerade, in diesem Augenblick. Sonst nichts.

 

Hier ist dein Osterpräsent an dich selbst. 

 

  1. Sei du selbst und lasse, wie man in Bayern so schön sagt, „den Herrgott einen guten Mann sein“.
  2. Lasse radikal alles zu, was dir widerfährt.
  3. Stemme dich nicht gegen den Lauf der Dinge.
  4. Lasse die Welt einfach so laufen, wie sie läuft.
  5. Schwimme zur Abwechslung mal mit dem Strom (das hat nichts mit Ja-Sagen zu tun!). Das spart viel Kraft.
  6. Wehre dich nicht gegen deine Gedanken, aber hänge ihnen auch nicht nach. Gedanken kommen und gehen, so wie Tag und Nacht. Lasse deine Gedanken genau das tun.
  7. Verzichte auf langfristige Pläne. Das Leben kommt immer anders, als du es dir denkst. Willst du lieber, daß deine Pläne funktionieren oder daß du zufrieden bist? Ich rate dir zu Zweitem.
  8. Schwimme mit dem Strom.
  9. Schwimme mit dem Strom.
  10. Schwimme mit dem Strom.

 

Das Bild dieses Blogposts zeigt unsere Miezekatze. Sie schläft viel. Sie spielt viel. Sie schmust viel. Sie hat keine Ambitionen auf hochdotierte Ämter und Titel. Sie will manche Dinge und macht sich daran, sie zu bekommen. Wenn sie sie nicht bekommt, macht sie mit was anderem weiter. Sie schmiedet keine großartigen Pläne, sondern nimmt jeden Tag genau so, wie er kommt. Sie ist nicht verzweifelt, niedergeschlagen oder lange Zeit verärgert, wenn etwas nicht so klappt, wie sie das gerne gehabt hätte. Wenn sie schlafen will, schläft sie. So komisch sich das für eine Katze anhört: Unsere Mieze schwimmt mit dem Strom. Sie ist genau so, wie sie ist. Keine Übungen. Keine Methoden. Keine Pläne zur „Persönlichkeitsentwicklung“. Und obwohl sie alles das nicht hat, nicht kennt, ist eines ganz klar: Sie ist mit großer Sicherheit entspannter als du und ich. Ein Vorbild. Ein Lehrer. Cat-Guru.

 

Aber aber aber, ohne Pläne leben? Das geht doch nicht!

 

Das höre ich oft, vor allem von Menschen, die diese Art von Leben noch nie ernsthaft versucht haben. Leben ohne Pläne funktioniert ganz hervorragend. Das einzige, was du brauchst, ist Vertrauen und ein bißchen Aufmerksamkeit oder Einfühlungsvermögen. Ich habe in meinem Leben immer die größten Erfolge (beruflich und privat) gefeiert, wenn ich komplett auf langfristige Pläne verzichtete. Nicht auf Träume, die sind das Salz in der Suppe, zumindest meistens. Aber auf Pläne, wie diese Träume umzusetzen sind. „Kommt Zeit, kommt Rat“, heißt es so schön, und das stimmt wirklich. Probier's aus und gib dir einige Monate Zeit dafür.

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