Ich versteh' immer nur Keto?

"Keto" ist die Kurzform von "ketogen". Eine ketogene Ernährungsweise wird auch als "low carb, high fat" (LCHF; frei übersetzt "wenig Kohlenhyrate, viel Fett") bezeichnet. Wenn wir uns so ernähren, produziert unser Körper sogenannte Ketone in der Leber, damit er seinen Energiebedarf decken kann. Wir sprechen auch von "fett-adaptierter Ernährungsweise".

 

Mischkost und vegetarische Kost ist in aller Regel sehr kohlehydratreich. Ketogene und Paleo-Ernährung (zwei sehr nahe Verwandte) ist das genaue Gegenteil: sehr kohlehydratarm (maximal 20 Gramm pro Tag), dafür sehr hoch im Fettgehalt (ungefähr 75 Prozent des Kaloriengehalts kommt von gesunden natürlichen Fetten).

 

 

Der Unterschied zwischen kohlehydratreicher und ketogener Ernährung

 

Kohlehydratreiche Ernährungsweise

 

Die Glykogenspeicher der Leber sind vollgefüllt. Auch in unseren Muskeln sind die Glykogenspeicher in aller regel voll. Nach großer Anstrengung verspürt man einen Heißhunger nach Kohlehydraten. Dies geschieht nicht immer bewußt, sondern kann auch ganz subtil vonstatten gehen: etwa in der Form von "Belohnungen", die man sich gönnt.

 

Einige der in der Nahrung enthaltenen Kohlehydrate werden sofort von Gehirn und Muskeln verbrannt. Der Rest wird aus dem Blutkreislauf herausgefiltert und in der Leber in Form von Triglyzeriden gespeichert. Diese werden dann direkt in die Fettzellen transportiert.

 

Überschüssiges Protein wird entweder in Glukose umgewandelt oder ausgeschieden. Dieser Vorgang belastet die Leber und setzt diverse nachteilige Wachstumsprozesse (Stichwort: Krebs) übermäßig stark in Gang.

 

Das Insulin zieht die Kohlehydrate aus dem Blut. Der dabei entstehende niedrige Glukosepegel löst intensiven Heißhunger auf Essen aus, insbesondere Zucker. Der erhöhte Insulinspiegel verhindert, daß die in den Fettzellen gespeicherten Triglyzeride freigesetzt werden, um als Energie zur Verfügung zu stehen. Das Fett bleibt also in den Fettzellen und sammelt sich an. Außerdem stößt die Glukoseverbrennung im Körper zahlreiche biochemische Vorgänge an, die unter anderem für Entzündungen, Sodbrennen und schwerwiegende Krankheiten verantwortlich sind. Mit jeder kohlehydratreichen Mahlzeit beginnt dieser Kreislauf wieder von vorne.

 

 

Ketogene Ernährungsweise

 

Eine Ernährung, die kurze Fastenzeiten, gemäßigte Mengen an Eiweiß und extrem reduzierte Kohlehydratmengen umfaßt, optimiert nach einiger Zeit und Gewöhnung den Glukose-, Insulin- und Leber-Glykogenspiegel. Dies ist deutlich sicht- und spürbar: Wir verlieren überschüssiges Körperfett, entwickeln einen neuen Appetit auf Fettgeschmack, erleben eine neue Klarheit im Geist und eine Steigerung der Energie, Kraft und Ausdauer.

 

Die Kohlehydrat-Zufuhr ist extrem niedrig im Vergleich zu kohlehydratreicher Ernährung. Wir achten auf ausgeglichene Eiweißzufuhr. Dies hält unseren Körper schlank.

 

Weil Fett unser größter Energielieferant ist (das gilt gleichermaßen für Fett, das wir im Essen konsumieren und für Fett, das wir in unseren Fettzellen gespeichert haben) und so gut wie keine Kohlehydrate mehr zur Energiegewinnung im Körper vorhanden sind, beginnt unser Körper, Fett zu verbrennen. Als Nebenprodukt dieses Vorgang produziert die Leber sogenannte Ketone. Glukose und Ketone sind die Hauptnahrungsmittel unseres Gehirns. Die körpereigene Fettverbrennung ist dabei im Vergleich zur Glukoseverbrennung bei kohlehydratreicher Ernährung sehr "sauber" und hilft beispielsweise mit, Entzündungen abzuheilen und Überproduktion von Magensäure zu regulieren.

 

Unsere Muskulatur verbrennt größtenteils Fettsäuren, ein bißchen Ketone und etwas Glukose, das in den muskeleigenen Speichern steckt. Das heißt, mit ketogener Ernährung tun wir aktiv etwas für unsere Gesundheit und für unsere Leistungsfähigkeit -- sowohl geistig, als auch körperlich. 

 

 

Die Informationen auf dieser Seite stammen aus Mark Sissons "The Keto Reset Diet", ein Buch, das ich jedem nur wärmstens empfehlen kann.